Viel investiert, wenig erreicht?

Viel investiert, wenig erreicht?

So ergeht es vielen Unternehmen, die sich bei Investitionen (zu) einseitig auf gängige Prozesse und Projektmanagement konzentrieren. Ihre Ergebnisse bleiben meist weit unter den Erwartungen, kommen häufig zu spät und übersteigen teils dramatisch die Budgets. T.A.Cook-Partner Dirk Frame ist seit über 30 Jahren im Geschäft und kennt sowohl die häufigsten Trugschlüsse als auch die wichtigsten Regeln bei Investitionen in der Prozessindustrie. Sein Versprechen: Wer nicht auf klassische Fehlannahmen hereinfällt und die folgenden neun Prinzipien beachtet, wird die Erfolgsquote spürbar steigern.

 

Historische Trends und Zyklen sind selten ein guter Indikator für die Zukunft. Das gilt heute, im Zeitalter der Disruption, umso mehr: Geopolitische Ereignisse, Umwelttrends oder ein verändertes Verbraucherverhalten sorgen für wesentlich mehr Unsicherheiten und ein rasanteres Reformtempo als noch vor 20 oder 30 Jahren. Tempo ist die neue Erfolgsdeterminante – birgt aber umgekehrt die Gefahr schnellerer Fehlschläge.

Flexible Unternehmen, die früh Kapital für neue Projekte freisetzen können und Trends überdurchschnittlich gut vorhersagen oder diese gleich selbst setzen, sind gegenüber der Konkurrenz heute klarer denn je im Vorteil. Allerdings ist es fundamental wichtig, dass die Investitionsansätze von Beginn an sauber und effizient sind. Das wiederum erfordert eine höhere Qualität der Informationen, damit frühzeitig die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Jeder Firmenchef und sein Team müssen sich stets fragen: „Welche unserer Investitionen lohnen sich (noch), welche haben Priorität?“ Das zu entscheiden, ist bereits schwierig genug, wenn Unternehmen Investitionen eines Bereichs vergleichen – wie etwa Energieeinsparung versus Durchsatzsteigerung. Noch komplexer wird es indes, sobald Manager versuchen, ein gesamtes Portfolio hinsichtlich der Sinnhaftigkeit und Rangfolge der einzelnen Investitionen zu bewerten. Am Ende geben die Entscheider regelmäßig nur aufgrund internen Drucks grünes Licht, ohne dass die Machbarkeit zuvor ernsthaft überprüft wurde.

Weitere Faktoren erschweren die gewünschte Vergleichbarkeit von Investitionen: Zahlreiche Unterschiede zwischen einzelnen Projekten können der Größe, der Kultur und manchmal der geografischen Herkunft geschuldet sein. Solche externen Faktoren sind vom Unternehmen schwer zu beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielt auch, ob sich das betreffende Unternehmen im Staatsbesitz befindet, privat finanziert oder gar börsennotiert ist, ob es von einer reichen Muttergesellschaft subventioniert wird, sich in der Gründungsphase oder eher am Ende seiner Reifeentwicklung befindet. Jeder Status führt zu veränderten Erwartungen an die Geschwindigkeit und die Sicherheit der Erträge.

Ein verstaatlichtes Vorzeigeunternehmen findet wahrscheinlich leichter Zugang zu Kapital als ein schlingernder Konzern, der vor einer massiven Umstrukturierung steht. Doch ganz gleich, um welches Unternehmen es sich handelt und wie gut oder weniger gut es um dieses bestellt ist: Künftige Projekte richtig zu bewerten und anhand einer Reihe von Bedingungen und Annahmen zu priorisieren, bleibt eine existenzwichtige Aufgabe für jede Firma.

In der Coverstory des aktuellen Insite Magazins stellt Dirk Frame, Partner bei T.A. Cook, neun Teilbereiche typischer Investmentprozesse dar, bei denen Anspruch und Realität häufig nicht zusammenpassen. Alle Abschnitte beginnen mit einem typischen Investitionsirrtum, den er in seiner langjährigen Laufbahn immer wieder beobachtet hat. Jeder Investment-Fantasie stellt er die von ihm betrachtete Realität gegenüber und gibt auf dieser Basis Tipps, wie sich zukünftige Fehler möglicherweise vermeiden lassen. Und nicht nur das: Nach Frames Einschätzung sinkt nicht nur die Fehlerquote – auch Ertragssteigerungen von bis zu 20 Prozent für Anlageinvestitione sind durchaus möglich.

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Zur Person

Dirk Frame, Partner Europe

Dirk Frame ist Managing Partner bei T.A. Cook Consultants. Als ausgebildeter Ingenieur mit einem MBA der Cranfield School of Management verfügt er über 25 Jahre Praxiserfahrung in zahlreichen Ländern weltweit und gilt als Experte für Instandhaltungs- und Kapitalprozesse in anlagenintensiven Industrien. Nach seiner früheren Karriere in der Automobilbranche und führenden Funktionen bei Proudfoot Consulting sowie Celerant Consulting unterstützt Dirk Frame T.A. Cook seit 2004 dabei, in Europa sowie Nord- und Südamerika an die Spitze der Asset-Performance-Management-Branche zu gelangen

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