5 Experten-Empfehlungen, um Ihre TAR-Vorbereitung krisensicher zu machen

5 Experten-Empfehlungen, um Ihre TAR-Vorbereitung krisensicher zu machen

 

In den letzten Monaten mussten Führungskräfte aus der anlagenintensiven Industrie wichtige Entscheidungen im Hinblick auf TAR-Projekte treffen - sollen sie verschoben werden, wie geplant weitergeführt und/oder aufgeteilt und über mehrere Jahre verteilt werden? Für Unternehmen, die in den nächsten 6-12 Monaten einen Anlagenstillstand planen, besteht die Herausforderung darin, sich auf die Vorbereitung zu konzentrieren und diese wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Zusätzlich müssen Pandemieprotokolle in Betracht gezogen werden, für die es kein klares Zeitfenster gibt und die von Land zu Land variieren. Die folgenden fünf Empfehlungen werden Ihnen dabei helfen, sich in einem herausfordernden Umfeld anders und dennoch effizient vorzubereiten.


Text: David Fleming

 

 

1. Kontinuierliches nachverfolgen und -justieren

Die Ungewissheit der Pandemie belastet die Stillstands-Planung zusätzlich. Projekttransparenz und verstärkte Kommunikation sind in dieser Situation von entscheidender Bedeutung, da jede Abweichung die Vorbereitung weiter beeinträchtigen könnte. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich das Mikromanagement der zentralen Aufgaben und ihrer Ergebnisse anhand eines Countdown-Zeitplans.

Unsicherheit erhöht das Risiko, vor allem in Bezug auf die Verfügbarkeit von Ressourcen und Dienstleistungen, pünktliche Materiallieferungen sowie Reisen und Transport. Daher sollten Sie regelmäßige Workshops zur Identifizierung von Risiken durchführen und die eingeführten Maßnahmen zur Risikominderung nachverfolgen bzw gegebenenfalls nachjustieren.

 

2. Neubewertung von TAR-Aktivitäten

Basierend auf unserer Erfahrung der letzten 20 Jahre sollten maximal 1000 Arbeiter pro Tag während der Durchführung eines Stillstandes vor Ort sein. Sind mehr Leute im Einsatz, erhöht das die Komplexität und kann die Produktivität und Sicherheit beeinträchtigen. Kalkuliert man die Auswirkungen der Pandemieprotokolle hinzu, wird sich diese optimale Kapazität vor Ort höchstwahrscheinlich verringern. Daher raten wir unter diesen Umständen auch den Scope entsprechend zu reduzieren. Eine Verschiebung oder Verzögerung des Scopes, wo immer möglich, ist auch empfehlenswert. Ein nützlicher Tipp ist die Vorbereitung TAR-spezifischer Arbeiten, die kurzfristig aufgenommen und ausgeführt werden können, um ungeplante Stopps auszunutzen. 

 

3. Auswirkungen von 'Social Distancing'-Maßnahmen identifizieren und gegensteuern

Es ist offensichtlich, dass 'Social Distancing'- und andere Health & Safety-Maßnahmen einen großen Einfluss auf die Durchführung Ihres TAR-Projektes haben werden. Deshalb empfehlen wir, dass Sie Ihre Strategie und Planung in Bezug auf die folgenden Elemente dringend überdenken und diese sorgfältig abwägen - von der Organisationsstruktur über die Arbeitsplanung und die Mobilisierung von Ressourcen bis hin zur Logistik, der Entwicklung Ihres Trainingplans und insbesondere der Frage, wie Sie den Terminplan entwickeln und optimieren. Wenn Sie dies nicht tun, könnten Dauer und Kosten des Stillstandes eskalieren.

 

4. Lokal denken und handeln

Die Vereinbarung von Verträgen mit Unternehmen, die nicht vor Ort ansässig sind, kann das Risiko für Ihr TAR-Projekt massiv erhöhen, da die Reisemöglichkeiten zur Zeit eingeschränkt sind und die Regeln dazu von Land zu Land unterschiedlich festgelegt werden. Denken Sie darüber nach den Anteil der Verträge mit lokalen Dienstleistern zu erhöhen, oder einen größeren Teil der Arbeiten an Rahmenvertragspartner der Tagesinstandhaltung zu vergeben. Falls dies nicht möglich ist, nehmen Sie Klauseln in Ihre Verträge auf, um sicherzustellen, dass ein großer Prozentsatz des Personals lokal eingestellt wird. Dies kann dazu führen, dass Sie kleinere Arbeitspakete an unterschiedliche Dienstleister vergeben müssen. Seien Sie also darauf vorbereitet, dass Sie mit einem größeren Netzwerk an Fremdfirmen zusammenarbeiten müssen.

 

5. Verfügbarkeit von Spezialisten sichern

Wir erwarten in den nächsten 6-12 Monaten eine hohe Nachfrage nach Spezialgewerken und Dienstleistungen, da die Unternehmen ihren Instandhaltungs- und Projektbedarf erhöhen werden. Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren in Bezug auf Verträge im Allgemeinen, raten wir dazu, so schnell wie möglich Vorverträge für Spezialisten abzuschließen, um Ihren Bedarf an Ressourcen und Dienstleistungen zu sichern. Detaillierte Verträge können abgeschlossen werden, wenn Sie sich dem Start des Stillstands nähern.  

 

Fazit

Die durch COVID-19 induzierten Protokolle und die Ungewissheit über die Zukunft bringen zusätzliche Risiken mit sich und erfordern ein Umdenken und Hinterfragen von etablierten Prozessen und Arbeitsweisen. Was in der Vergangenheit vielleicht funktioniert hat, muss schnell neu bewertet werden. Elemente wie Arbeitsumfang, Organisationsstruktur und Ressourcenausstattung, Arbeitsvorbereitung und Terminplanung, Auswahl von Kontraktoren und Infrastrukturpläne könnten in der Vorbereitung eines Stillstand-Projektes jetzt anders aussehen als früher.

Eine strengere Kontrolle, ein Mikromanagement zwischen jetzt und dem Beginn Ihres Projektes ist daher unerlässlich. Die Identifizierung und Eindämmung von Risiken sowie die Sicherung lokaler Ressourcen sind für den Erfolg von größter Bedeutung. Projekttransparenz und -kommunikation sind immer wichtig, aber jetzt kommt es darauf an, jede Abweichung zu vermeiden, die die Vorbereitung weiter beeinträchtigen könnte.

 

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Zur Person

David Fleming, Manager

David Fleming, Senior Manager, hat über 30 Jahre Branchenerfahrung und ist mit den Herausforderungen vertraut, die erfolgreiche Transformationen in Großunternehmen wie IBM, Hewlett Packard, Total und BP mit sich bringen. Er hat während seiner gesamten Laufbahn umfangreiche Transformationsprojekte geleitet, mit dem Ziel Kostensenkungen zu ermöglichen. Als Global Expert Leader ist er bei T.A. Cook auf sämtliche Aspekte spezialisiert, die Turnaroundprojekte in der anlagenintensiven Industrie mit sich bringen.

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