„Alle Meinungen sind Willkommen und haben ihre Berechtigung.“

„Alle Meinungen sind Willkommen und haben ihre Berechtigung.“

 

Veränderungen stoßen bei vielen Mitarbeitern häufig erstmal auf Widerstand. Das ist eine normale menschliche Reaktion weiß Patrick Schmidt aus seiner langjährigen beruflichen Erfahrung als Projekt Manager bei T.A. Cook. Manche Menschen haben das Bedürfnis den Status quo und damit Sicherheit und Stabilität zu erhalten. Deshalb ist seine Maxime bei jedem Projekt, dass man die Mauern des Widerstands nicht einfach einreißt oder umgeht, sondern durch offene Kommunikation und einen praxisnahen Bezug die Mitarbeiter für neue Prozesse begeistert.  

 

Text: Ute Bernhardt

 

‚Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.‘ So lautet ein altes chinesisches Sprichwort, das auch als Metapher für die Herausforderungen vieler Change-Projekte verwendet werden kann. Sobald ein Wandel in einer Organisation ansteht, zum Beispiel die Einführung einer neuen Software, gibt es Mitarbeiter, die ‚mauern‘ und andere, die den Wind der Veränderung in positive Energie kanalisieren wollen.

„Wenn ich den Mehrwert eines neuen Prozesses aufzeige, fallen die Mauern oft von ganz alleine.“

„Ich kann die Reaktion der Mitarbeiter mittlerweile ganz gut lesen, wenn ich in einen Raum komme“, sagt Patrick Schmidt, der für T.A. Cook Engineers in den letzten 8 Jahren zahlreiche Anlagenstillstände  für Kunden aus der Prozessindustrie betreut hat. „Es gibt immer einige, die Veränderungen erstmal grundsätzlich ablehnen. Das ist eine menschliche Reaktion, denn Gewohntes gibt Sicherheit und damit Stabilität.“ Aber die Erfahrung hat ihm gezeigt, dass es auch die aktiven Befürworter gibt, die den Veränderungen offen und positiv gegenüberstehen. „Bei der Planung und Ausführung von Stillständen arbeiten wir unter Zeitdruck. Da ist es sehr wichtig, diese Fürsprecher früh ins Projekt einzubeziehen und sie als Botschafter einzusetzen. Die Vertrauensbasis, die Kollegen untereinander über Jahre hinweg aufbauen, kann ich in ein paar Wochen nicht erreichen.“

Bei seinem letztem Projekt entschied der Kunde, dass er das Planning & Scheduling für den Anlagenstillstand nicht mehr wie bisher über Excel, sondern über eine Software organisieren wollte, in diesem Fall Primavera. Dieser Schritt wurde bei der Belegschaft jedoch mit großer Skepsis gesehen. Die meisten Kollegen im Betrieb waren überzeugt, dass ihre bisherige Methode gut funktionierte und sahen keine Notwendigkeit für die Einführung einer neuen Software, die ihrer Meinung nach die Arbeit unnötig erschwerte. Als erste Maßnahme wählte Patrick daher je einen Mitarbeiter aus dem Pro- und Kontra-Lager in das Projektteam und identifiziert einige Probleme, die durch die aktuelle Handhabung entstanden waren. Dann zeigte er Beiden, wie diese Probleme durch die Nutzung der Primavera-Software gelöst werden können.

"Widerstand kann durchaus hilfreich sein, denn er ist ein Hinweis auf offene Fragen und mögliche Probleme."

„Wenn ich den Mehrwert eines neuen Prozesses aufzeige, fallen die Mauern oft von ganz alleine“, erklärt Patrick, der vor seiner Zeit bei T.A. Cook selbst viele Jahre auf Kunden- und  Kontraktorenseite gearbeitet hat und den Alltag auf dem Shopfloor bestens kennt. „Damit erreiche ich, dass die Mitarbeiter die Veränderung nicht nur akzeptieren, weil sie ‚von oben‘ angeordnet wird. Wenn sie in der Praxis erleben, wie ihre Arbeit durch eine Software effizienter wird, sind sie auch viel eher bereit deren Anwendung zu lernen und sie in ihren Alltag zu integrieren“, ist er überzeugt.

Transparente Kommunikation und ein offener, direkter Austausch mit allen Mitarbeitern ist für Patrick sehr wichtig. „Ich habe auch deshalb einen der lautstärksten Gegner in das Projektteam aufgenommen, um ein Zeichen zu setzen, dass alle Meinungen Willkommen sind und ihre Berechtigung haben. Widerstand kann durchaus hilfreich sein, denn er ist ein Hinweis auf offene Fragen und mögliche Probleme. Am Ende werden dann manchmal die härtesten Kritiker und ‚Mauer-Errichter‘ zu den engagiertesten ‚Windmühlen-Verfechtern‘.

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