People Power: Transformation durch Koorperation erfolgreich gestalten

People Power: Transformation durch Koorperation erfolgreich gestalten

Equinor zählt zu den spannendsten und innovativsten Unternehmen der Öl- und Gasindustrie. Mit dem Wachstum der Firma haben sich auch Firmenphilosophie und Arbeitsabläufe weiterentwickelt. Leidenschaft, Offenheit, Teamwork und Durchhaltevermögen gehören zur DNA des Unternehmens. Claus Stefan Koch, Projektleiter der Abteilung Operation & Maintenance bei Equinor, ist überzeugt: „Das unser Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt, stellt Equinor’s größte Stärke dar. Jüngere Firmen sind agiler. Sie können schneller reagieren und Geschäftsziele einfacher korrigieren. Wir sind nicht nur Betreiber und Unternehmer, sondern gleichzeitig auch Kritiker und Entwickler unserer eigenen Prozesse. Wir betrachten uns als Technologielieferanten für die Industrie.“

 

Equinor vereint in seiner Downstream-Sparte einige typisch skandinavische Qualitäten: Die in Norwegen und Dänemark ansässige Firma steht für Gleichberechtigung, Toleranz, Praxisnähe, Fortschritt und nordisches Understatement. Herz und Seele sämtlicher (Geschäfts-)Prozesse sind die Mitarbeiter. Sie sorgen dafür, dass jede einzelne Produktionsanlage optimal läuft – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Auf dem Weg hin zur maximalen Zuverlässigkeit gilt es, einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Einer von ihnen: die möglichst effiziente Vorbereitung und Umsetzung von Turnarounds. In regelmäßigen Abständen müssen alle Anlagen gereinigt, inspiziert und/oder generalüberholt werden.

Dazu Koch: „Wir versuchen wie jedes andere Unternehmen unsere Abläufe zu optimieren und dadurch die Kosten möglichst niedrig zu halten. Die Ausgaben für einen Turnaround sind dabei nur eine Seite der Medaille. Viel stärker schlagen die Produktionsausfälle zu Buche. Je länger ein Turnaround dauert, desto stärker beeinträchtigt er unsere Wertschöpfungskette und damit unser gesamtes Geschäft.“ David Fleming, Senior Manager bei T.A. Cook, beziffert die Produktionsverluste während eines Stillstandes an einigen Equinor Standorten auf bis zu 40 Millionen Euro am Tag. Deshalb ist es essentiell, Turnarounds in der Zukunft (noch) schneller und effizienter zu gestalten.

Den Equinor Turnaround-Standard entwickeln

Equinor ist ein Verfechter von Lean Management. Transformation, kontinuierliche Verbesserung und das Streben nach Perfektion gehören daher zum Tagesgeschäft und werden an allen Standorten gelebt. Die Lean Prinzipien waren auch Leitmotiv für das Turnaround Excellence-Projekt. Beim Aufsetzen des Projektes war klar, dass die angestrebte Transformation und Verbesserungen nur unter Einbindung von Mitarbeitern aller sechs Onshore Equinor Standorte gelingen konnte. Erstmalig bei Equinor wurde für ein Optimierungsprojekt ein standortübergreifendes Projektteam geschaffen. 

Der Grund: Nur so konnten die lokalen Erfahrungen und schon existierende Best Practices integriert und maximale Akzeptanz für die neuen Turanround Standards geschaffen werden. Eine Herausforderung bei dieser Vorgehensweise bestand unter anderem darin, die Projektaktivitäten aller Mitarbeiter möglichst effizient zu koordinieren -  keine einfache Aufgabe, liegen die Standorte doch mehrere Flugstunden auseinander. Hauptziel des Projektes war die Entwicklung und nachhaltige Implementierung standardisierter Turnaround Best Practices, Methoden und Tools.

Das gewünschte Ergebnis: maximal effiziente Turnarounds als Beitrag, um die zukünftige Konkurrenzfähigkeit Equinors weiter sicherzustellen. Die erfolgreiche Vorbereitung und Durchführung von Stillständen hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren, wie z.B. einem klaren Turnaround-Vorbereitungsprozess, effizienter Arbeitsplanung, dynamischer Terminplanung, Maßnahmen für maximale Arbeitssicherheit usw. ab. Um diese Elemente weiterzuentwickeln wurde das Projekt in 11 Themenbereiche gegliedert, die von standort-
übergreifenden Expertenteams bearbeitet wurden. Durch die parallele Bearbeitung konnte die Entwicklungszeit verkürzt und Abhängigkeiten zwischen den Themen  berücksichtigt werden. Das Engagement und die langjährige Erfahrung der Equinor Kollegen war ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Projekt. Die T.A. Cook Experten trugen Ihre Erfahrung aus ähnlichen Projekten und Best Practices bei, koordinierten alle Maßnahmen und stellten sicher, dass die neu vereinbarten Standards auch umgesetzt wurden.

Zur Person

Claus Stefan Koch arbeitet seit über 30 Jahren bei Equinor. Er hat in dieser Zeit unterschiedliche Positionen bekleidet: Er war Process Designer, HSE Manager, Maintenance Manager sowie Project und Turnaround-Manager. Koch verfügt über Know-how und Erfahrung sowohl im technischen als auch im organisatorischen Bereich. Er wurde vom Equinor-Standort in Dänemark ins norwegische Hauptquartier nach Bergen berufen. Dort unterstützt und verbessert er als Mitglied der zentralen Verwaltung die Planung der Instandhaltungsprozesse in sämtlichen Downstream-Prozesseinheiten von Equinor.

Den Standard implementieren

Über einen Zeitraum von acht Monaten arbeitete T.A. Cook eng mit den Equinor-Kollegen an den sechs Standorten zusammen. Nach Trainings und Schulungen folgten individuelle Coachings, um die neuen Prozesse in den Arbeits-Alltag der Fachkräfte zu integrieren. „Zur erfolgreichen Umsetzung war es wichtig, dass die Mitarbeiter an den einzelnen Standorten die Empfehlungen auch tatsächlich annehmen. Um das zu schaffen, haben wir mit den Leuten vor Ort ein enges Arbeitsverhältnis aufgebaut“, meint David Fleming.  Für seinen Kollegen Michael Hillergren, bestand die größte Herausforderung darin, die Mitarbeiter zu mehr Eigeninitiative und zum Vorausplanen zu motivieren. „Nicht allen ist sofort klar, warum Verbesserungen notwendig sind. Manche haben das Gefühl, dass Veränderungen ihre Arbeit behindern oder erschweren. Sie fürchten, dass sich damit auch ihre Rolle innerhalb des Unternehmens ändert“, erläutert Hillergren. „Der Vorteil war, dass wir uns selbst ein Bild von den Schwierigkeiten machen konnten, mit denen die Mitarbeiter konfrontiert waren. Diese Erfahrungen konnten wir direkt in unsere Lösungsvorschläge integrieren. Dadurch haben wir die Bereitschaft innerhalb der Belegschaft am Veränderungsprozess teilzunehmen deutlich erhöht. Die Mitarbeiter wechselten von einer eher zurückhaltenden in eine sehr aktive Rolle. Sie erkannten die Notwendigkeit der Neugestaltung und die Chancen, die sich daraus ergeben.“ Alexander Schwarz, Senior Consultant bei T.A. Cook, ergänzt: „Wenn Menschen erkennen, dass ihre Situation, ihre Arbeitsweise und die Schwierigkeiten in ihrem täglichen Arbeitsablauf verstanden werden, sind sie wesentlich aufgeschlossener für Veränderungen.“

Die Transformation geht weiter

Equinor‘s Turnaround-Transformation ist noch nicht abgeschlossen. Konkrete Pläne für die nächsten Schritte liegen bereits vor. Sie basieren auf den Entwicklungen und Anforderungen der einzelnen Standorte und werden dort von ausgewählten ‚Champions‘ weiter voran getrieben. Zudem wurde ein Turnaround-Review-Programm initiiert, um die nachhaltige Implementierung sicherzustellen und Chancen für die weitere Optimierung aufzuzeigen. Allen Beteiligten ist klar, dass sich das langfristige Ziel lediglich mit nachhaltigen Veränderungen erreichen lässt, denn nur mit möglichst effizienten Turnarounds wird Equinor seiner Konkurrenz auch in Zukunft weiterhin einen Schritt voraus sein.

„Der eigentliche Sinn des Turnaround-Excellence-Projekts besteht darin, die Messlatte jedes Mal ein Stück höher zu legen. Wir hoffen, dass wir in Zukunft beim Leistungsvergleich mit der Konkurrenz, mit der wir uns messen, auf Augenhöhe sind“, so das Fazit von Claus Stefan Koch.“

Zur Person

David Fleming, Manager

David Fleming, Senior Manager, hat über 30 Jahre Branchenerfahrung und ist mit den Herausforderungen vertraut, die erfolgreiche Transformationen in Großunternehmen wie IBM, Hewlett Packard, Total und BP mit sich bringen. Er hat während seiner gesamten Laufbahn umfangreiche Transformationsprojekte geleitet, mit dem Ziel Kostensenkungen zu ermöglichen. Als Global Expert Leader ist er bei T.A. Cook auf sämtliche Aspekte spezialisiert, die Turnaroundprojekte in der anlagenintensiven Industrie mit sich bringen.

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