Karate am Cracker

Karate am Cracker

T.A. Cook baut eine einheitliche Wartungsstruktur bei Mineralölkonzern auf

Ein global agierender Mineralölkonzern wollte für seine internationalen Standorte ein einheitliches Global Manufacturing Template (GMT) mit dem Ziel einer gleichartigen, revisions- und compliance-sicheren Wartungsstruktur einführen. Dazu strukturierte T.A. Cook die Technische Platzstruktur und überführte sie in ein einheitliches SAP-System. Rohrleitungs- und Instrumenten-Fließschemata von sämtlichen Betriebsbereichen wurden nach funktionalen, prozessorientierten und räumlichen Gesichtspunkten gegliedert. Über die Technische Platzfunktion können Instandhalter Wartungs- und Servicemaßnahmen planen, Equipment und Baugruppen tauschen, Anlagen miteinander vergleichen, Kostentreiber und technische Schwachstellen erkennen und eine einheitliche Strategie bzgl. Instandhaltung, Beschaffung und Ersatzteilvorhaltung erstellen.

 

Text: Roland Hensel

 

Lerne von Hatamoto

Was sich auf dem Papier einfach anhört, erweist sich in der Praxis oft als schwierig. Raffinerien sind historisch gewachsen und haben unterschiedlichen nationalen und regionalen Standards zu genügen. T.A. Cook stand vor der Herausforderung, 600.000 organisatorische Einheiten, von instand zuhaltenden Objekten aus 13 unterschiedlichen Betriebsbereichen zweier Raffinerien in ein einziges, global abgestimmtes SAP-System zu integrieren. Dabei nutzte der zuständige Projektleiter seine Karate-Erfahrungen. Ein Projekt – das heißt: Irgendwo anfangen, irgendwo aufhören und alle müssen zufrieden sein. Das ganze Geheimnis einer guten Projektleitung ist: Wissen und Erfahrung umsetzen. Von der japanischen Philosophie zu profitieren bedeutet, sich gut vorzubereiten,  um im Rückgriff auf eigene oder antrainierte Erfahrungen Reaktionen parat zu haben um das Richtige für den erfolgreichen Abschluss eines Projektes zu tun.  

Überzeuge die Menschen  

Als Erstes waren die Mitarbeiter vom Nutzen dieser großen Struktureinheit zu überzeugen. Dann mussten einheitliche, unternehmensweite Regeln aufgestellt und eine einheitliche Sprache gesprochen werden. Wichtig ist, dass sich die Mitarbeiter an diese halten und den Nutzen für die eigene Arbeit erkennen. Mit Hilfe der Kata aus Japan, kann man ein entsprechendes Bewusstsein schaffen: „Vergiss nie, Karate beginnt mit Respekt und endet mit Höflichkeit. Intuition ist wichtiger als Technik. Unheil entsteht durch Nachlässigkeit.“  

„Wir hatten das große Glück, dass wir durch diese Projektmaßnahme sämtliche R&I-Pläne in die Hand bekamen und damit neben der Optimierung der Technischen Platzstruktur auch die Möglichkeit hatten, die Systeme der einzelnen Betriebe abzugleichen“, erklärt T.A. Cook-Projektleiter Tobias Demel. „Mit dem Durchforsten der Dokumentation gaben wir den Betrieben u. a. Hinweise auf Unstimmigkeiten. So war es leicht, die Mitarbeiter immer dort abzuholen, wo man die Prozesse vereinfachen und Potenziale aufzeigen konnte. Wenn man dann die richtigen Leute an den Tisch holt, ist es einfach zu vermitteln.“ Die Verantwortlichen der Fachbereiche bildeten die Klammer und die Multiplikatoren ins Unternehmen.

Vertraue auf bereits Gelerntes 

Elf Mitarbeiter von T.A. Cook; Consultants, Ingenieure, IT-Spezialisten; nahmen alle Daten auf und leiteten Regeln ab. Dabei konnten sie sich auf eine Vielzahl früherer Projekte berufen. Die Consultants griffen auf einen breiten Erfahrungsschatz auf der konzeptionellen Ebene zurück und die IT-Spezialisten lieferten das Know-how, um die Datenverarbeitung effizient vorzubereiten. Mit dieser breiten Palette an Wissen und Erfahrungen entwickelte T.A. Cook verschiedene Tools, die es ermöglichen weitgehend ohne manuelle Eingriffe Daten automatisch aus R&I-Plänen und anderen Datenbanken in einer einzigen SAP-Datenbank zusammenzuführen. Diese Tools wurden vor Ort an die konkreten Aufgaben angepasst. Mit ihnen konnten 80 % der Daten automatisiert überführt und mit den neuen Attributen versehen werden. Dies ging schnell und sicherte die Qualität und Konsistenz der Daten. Für die restlichen 20 % der Daten wurden Tools neu programmiert, getestet und an die Umgebungs-bedingungen angepasst – kontrolliertes Umsetzen ohne größeren Aufwand

„Wir hatten das große Glück, dass wir durch diese Projektmaßnahme sämtliche R&I-Pläne in die Hand bekamen und damit neben der Optimierung der Technischen Platzstruktur auch die Möglichkeit hatten, die Systeme der einzelnen Betriebe abzugleichen.“

Tobias Demel, Projekt Manager

 

Der Weg ist das eigentliche Ziel
In projektbegleitenden Workshops wurden zu Projektbeginn viele Fragen geklärt um die Mitarbeiter abzuholen und zu überzeugen. Die Spezialisten von T.A. Cook erstellten ein Regelwerk, ein Handbuch, das den Standard der hiesigen Raffineriestruktur bildet. Später soll es als Arbeitsanweisung, Nachschlagewerk und zur Einarbeitung von Mitarbeitern dienen. Und so wie sich ein Karateka ständig verbessern will, so verbessert sich auch die Struktur der Instandhaltung ständig. Und auch hier gilt: „Der Weg ist das eigentliche Ziel.“

Zur Person

Tobias Demel, Project Manager

Seit 2017 ist Tobias Demel als Project Manager bei T.A. Cook Engineers für Engineering und Prozess Implementierung in SAP und die Entwicklung und Umsetzung von Klassifizierungen in SAP verantwortlich. Zuvor hat er als Projekt Manager & Senior Planning Specialist in der Petro-, Chemie- und Automobilindustrie diverse Projekte begleitet und geleitet.

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